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Bericht 2012


 

Für unser Projekt in Marofanenitra waren die Vorhaben für 2012 der Bau eines Gemeindehauses und einer Regenwasserzisterne. Unsere Direktorin Mariella hat schon bei mehreren Versammlungen mit den Dorfbewohnern über diese Projekte diskutiert und uns telefonisch informiert.

 

Die Regenwasserzisterne war kein Problem und die Bewohner begannen sofort mit dem Bau als wir das Geld für das Material überwiesen haben. Sie holten sich einen Fachmann aus der Stadt. Die Zisterne wurde mit Betonsteinen gemauert und verputzt, sie fasst ca. 8 m³ Wasser. Bei unserer Ankunft im Juni war sie fast fertig.

 

Nachdem wir im Vorfeld schon über ein Grundstück für das Gemeindehaus telefonisch und per E-Mail diskutiert haben und wir uns über den Grundstückspreis nicht einigen konnten, beschlossen wir, nach Madagaskar zu fliegen und alles vor Ort zu klären.

 

Am 1. Juni 2012 sind wir nach Tana und am nächsten Tag nach Fort Dauphin geflogen. Gleich nach der Ankunft sind wir ins Dorf gefahren und haben uns das Grundstück angeschaut. Dabei haben wir festgestellt, dass sie uns ein Grundstück, das drei Besitzer hatte, viel zu groß war und mit hohen Bäumen bewachsen war, angeboten hätten. Die Bäume sollten gefällt werden, zu Holzkohle verarbeitet und dann in der Stadt verkauft werden. Damit waren wir nicht einverstanden wegen der drohenden Klimaveränderungen. Unter den Dorfbewohnern gab es heftigen Streit und wir sagten wenn sie sich nicht einigen bauen wir eben in einem anderen Dorf eine Schule (um die wir schon gebeten wurden). Dann fuhren wir erstmal zurück in die Stadt.

 

Am nächsten Tag fuhren wir wieder in unser Dorf. Für uns wurde ein großer Empfang bereitet, alles war friedlich. Das Grundstück, das wir uns vorgestellt haben wurde uns gratis zur Verfügung gestellt. Mariella hat großen Einfluss im Dorf und hat das Problem noch am selben Tag mit den Dorfbewohnern gelöst.

Das Grundstück wurde amtlich verbrieft. Als Besitzer ist die Schule „Marie-Helene“ eingetragen. Der Dorfälteste, der Landrat und der Schulrat waren am nächsten Tag im Dorf bei der Urkundenüberreichung.

 

Nachdem wir uns über die Gebäudegröße und die Bauart geeinigt hatten begannen die Handwerker sofort mit der Planung und der Materialaufstellung für den Bau.

Da wir ja schon fünf Häuser in Holzbauweise gebaut hatten, beschlossen wir dieses Mal ein aus Ziegel gemauertes Haus zu bauen.

Eine Ziegelei, bei der alle Ziegel noch von Hand gefertigt und in großen Köhlern gebrannt werden, gibt es in 10 km Entfernung. Wir kauften dort 7.000 Ziegel und ließen sie mit einem LKW ins Dorf transportieren.

Den Sand und die Schottersteine für das Betonfundament wurde in Säcken, von ca. 25 Frauen, aus ca. 3 km Entfernung zur Baustelle gebracht. Das Wasser wird mit Eimern aus dem 400 m entfernten Fluss geholt.

In der Stadt Fort Dauphin haben wir mit 5 Handwerkern vom Dorf das Bauholz, Blechdach, Zement, Werkzeug und Zubehör gekauft.

Die Arbeiter haben sofort mit dem Bau begonnen. Sie sind alle sehr fleißig und geschickt.

 

Während unseres Aufenthalts haben wir ständig Reis, Fleisch, Zwiebel, Salz und Kaffee gekauft, damit für alle Arbeiter und Schulkinder gekocht werden konnte.

Die Schreiner haben während unseres Aufenthalts die Tische und Bänke für das neue Gebäude und noch einige für die Schule angefertigt.

 

Insgesamt war unser Aufenthalt ein großer Erfolg. Unsere Schule hat in der ganzen Umgebung und bei den Behörden einen sehr guten Ruf.

Wir können leider nicht alle Kinder in unserer Schule aufnehmen.

Derzeit besuchen 170 Kinder die Schule und für Herbst 2012 sind schon wieder mehr Kinder gemeldet, als wir aufnehmen können. Im Juli 2013 verlassen die ersten Schüler die Schule mit einem Abschluss.

Da wir so viele Schüler haben werden wir das als Gemeindehaus gebaute Gebäude wieder als Schulhaus nutzen.

Des Weiteren haben wieder für 2 Frauen Nähmaschinen und für zwei Familien aus der Stadt je ein Grundstück zum Gemüseanbau gekauft.